140 Jahr-Feier
Festschrift
Einen Rückblick auf Mühen und Opfer, die der Aufbau und die Führung einer schlagkräftigen
Feuerwehr über 140 Jahre mit sich bringt, führten die Kameraden der Waldenburger
Wehr.
Gefeiert wurde der hohe Geburtstag am 3.November im Gasthof Goldener Hahn in Niederwinkel.
Zahlreiche Gäste aus Politik, Rettungsverbänden und befreundeten Wehren zählten
zu den vielen Gratulanten.
In einer Festrede von Wehrleiter Manfred Wörl wurde die 140jährige Geschichte interessant
und wissenswert dargestellt. So berichtete Wörl, das die heutige Feuerwehr aus dem
Turnverein von 1844 hervorgegangen ist. Der damalige Bürgermeister Funkhänel, Gerichtsamtskontrolleur
Rösch und Klempnermeister Viehweg leiteten die Gründung der so genannten Turnerfeuerwehr
ein. Nach einer Genehmigung durch den Stadtrat, wurde in einer Hauptversammlung
am 11.November 1865 der Grundstein für die Feuerwehr gelegt.
Zwei Jahre später erfolgte die Umwandlung der Turnerfeuerwehr in die Freiwillige
Feuerwehr Waldenburg. Zeitgleich gab es bis 1938 nebenher noch eine Pflichtfeuerwehr.
Nachdem in den damals noch Gemeinden Altwaldenburg und Altstadt Waldenburg ebenfalls
Wehren gegründet wurden, betrug die Zahl der aktiven Kameraden im Jahre 1925 in
Waldenburg 70, in Altstadt Waldenburg 60 und 45 in Altwaldenburg. Dazu verrichteten
noch 215 Männer zwischen 20 und 40 Jahren ihren Dienst in der Pflichtfeuerwehr.
Zu einer jähen Unterbrechung der Entwicklung des Feuerlöschwesens kam es durch die
beiden Weltkriege. Die Kameradenzahlen sanken stark und nur noch ältere, nicht kriegsdiensttaugliche
Männer standen zur Verfügung. Mit Notdienstverpflichtungen und einer Frauenabteilung
wurde während des 2. Weltkrieges der Bestand abgesichert. Diese kamen in den letzten
Kriegsjahren sogar bis nach Chemnitz und Leipzig zum Einsatz.
Der Wiederaufbau nach dem Krieg bedurfte viel Zeit und Energie und somit dauerte
es bis in die 50er Jahre zum Aufbau eines modernen Alarm- und Meldesystems, von
Löschwasserstellen und eines erneuerten Hydrantennetzes. In dieser Zeit wurde die
Stadt von seinem größten Feuer heimgesucht. Am 5. Mai 1957 brannten am oberen Markt
bei einem Großfeuer zwei Häuser vollständig nieder, ein drittes wurde schwer beschädigt.
In den 70er Jahren wurde die FF Waldenburg immer mehr in die Aufgaben des Brandschutzes
vom Landkreis eingebunden und bekam somit den Status einer Stützpunktfeuerwehr.
Damit stieg auch der Bestand der Löschtechnik, welcher dann bis zur Wende die Ausrüstung
darstellte.
Die Veränderungen nach dem Zusammenbruch der DDR stellte auch die Feuerwehr vor
neue Aufgaben. So rückte als neuer Einsatzschwerpunkt der öffentliche Straßenverkehr
immer mehr ins Rampenlicht. Demzufolge musste die Technik angepasst werden. Somit
wurden 1992 ein Rüstwagen, 1994 ein neues LF 8 und ein Gerätewagen Gefahrgut in
den Dienst gestellt. 1996 konnte das LF 16 und 2001 das Tanklöschfahrzeug durch
neue Fahrzeuge ersetzt werden. Die Vorgänger vom Typ S4000 waren derzeit über 30
Jahre im Einsatz.
Wehrleiter Wörl dankte besonders den Familien der einzelnen Kameraden. Ohne deren
Verständnis und Unterstützung wäre die Bewältigung der enormen Aufgaben nicht möglich.
Für 40 Jahre treue Dienste wurden die Kameraden Sonja Thieme, Inge Rudolf, Lianne
Schmieder, Marianne Müller und Werner Naumann geehrt. Kamerad Fritz Wetzig wurde
zum Brandinspektor befördert. Auf Empfehlung des Kreisbrandmeisters, beförderte
der Bürgermeister Bernd Pohlers den Wehrleiter Manfred Wörl zum Brandinspektor.
BM Silvio Schneider
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